Im Rahmen des Umzugs der Hospizbewegung Ratingen erarbeitete two_space eine Konzeptstudie für die Beratungsstelle schwerkranker Menschen und deren Angehörigen. Darüber hinaus sollten dort auch Seminare und Fortbildungen der häufig ehrenamtlichen Mitarbeiter durchgeführt werden können.

Im Rahmen des Umzugs der Hospizbewegung Ratingen erarbeitete two_space eine Konzeptstudie für die Beratungsstelle schwerkranker Menschen und deren Angehörigen. Darüber hinaus sollten dort auch Seminare und Fortbildungen der häufig ehrenamtlichen Mitarbeiter durchgeführt werden können.

  Der gewählte Ort in einer solitär stehenden, ehemaligen Industriehalle im Zentrum der Stadt hätte der Bewegung einen für alle Menschen identifikationsstarken und wahrnehmbaren Auftritt in der Gemeinschaft ermöglicht, wäre fußläufig gut zu erreichen gewesen und hätte so eine enge Verbindung zu anderen Institutionen wie Stadtkirchen, Arztpraxen oder Krankenhäusern geboten.

Ziel des Konzeptes bestand einerseits darin, den Patienten und Angehörigen eine würdevolle und angenehme Atmosphäre zu schaffen, um sie bei ihrem schwierigen Schritt zu begleiten. Gleichzeitig sollte aber auch den Mitarbeitern Wertschätzung für ihre Arbeit dargebracht, ihr Arbeitsumfeld beruhigend und stärkend gestaltet werden. Dies wurde durch viele Aspekte in die Planung des umgewidmeten Bauwerks eingebracht.
So waren in der Gestaltung des gesamten Gebäudes fast ausschließlich warme, weiche und erdige Farben vorgesehen. Die Außenfassade wurde anstelle eines harten, kontrastreichen weiß, in einem charmanten, sanften Braunbeige gehalten. Ein in die Außenhaut eingelassener Schriftzug eines philosophischen Zitats sollte ebenfalls einen strengen Kontrast zwischen Wand und Aufschrift vermeiden, und eher eine fließende Verbindung zwischen Erscheinungsbild und Bedeutung schaffen. Den Patienten und Angehörigen sollte das Gefühl vermittelt werden, dazuzugehören und in diesem sozialen Umfeld eingebettet zu sein.

Diese Sanftheit lässt sich auch in der Innengestaltung wiederfinden. Zur Ausstattung des Raumes wurden vorwiegend Materialien in Ihrer Eigenfarbigkeit verwendet, die einen natürlichen Charakter haben und somit würdigen Alterungsprozess zulassen: Grobe Eichenholzdielen für den Boden, Weidengeflecht und Eichenholz für Möbel sowie Cortenstahl am Eingangsportal, der durch seine Bewitterung den Alterungsprozess spürbar macht, strahlen Lebenserfahrung und Reife aus. Durch ihren narrativen Charakter - gerade für ältere Menschen - assoziiert man mit diesen Materialien Vertrautes der Vergangenheit und entdeckt so einen Teil seiner eigenen Geschichte in diesen Räumlichkeiten.

Beim ersten Betreten des Gebäudes durch das zentrale Portal fällt der Blick sofort auf den Mittelgang, der nur durch eine Glaswand von dem dahinter liegenden Raum für Besprechungen und Seminare abgegrenzt wird. Dadurch wird die Gesamtfläche der Halle unmittelbar erfahrbar gemacht und eine Orientierung geschaffen, die Sicherheit und Wohlbehagen verspricht. Außerdem wird so die Offenheit und Anteilnahme der gesamten Hospizbewegung unterstrichen. Vier abgegrenzte, seitliche Beratungsräume verleihen Gesprächen mit Angehörigen und Patienten dann allerdings die nötige Vertrautheit und Diskretion.
Eine kleine Warteecke gegenüber dem eingangsnahen Empfangstresen strömt durch gemütliche, weiche Sessel als Assoziationen zum alten Lesesessel, Wärme und Ruhe aus.
Der Flur wird an den Wänden durch schallabsorbierende Wollfilzpaneele flankiert, die eine angenehme Raumakustik unterstützen. Sie dienen als Platz für persönliche Notizen, Fotos oder Bekundungen der Familien, wodurch eine familiäre Vertrautheit und Intimität zwischen Gleichgesinnten geschaffen und ein Gefühl des Angenommenwerdens vermittelt wird.

Aus baurechtlichen Gründen konnte dieses Konzept leider vor dem Hintergrund der zeitlichen Abhängigkeiten nicht umgesetzt werden.